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Tegernsee. Vollgas. Kein Escape Room.

Zwischen Adrenalin, Alpenpässen und absoluter Überforderung der eigenen Komfortzone gibt es am Tegernsee einen Mann, der selbst eingefleischte Bewegungsverweigerer aufs Bike bringt: Jan Bratkowski.

Wer ihn erlebt, versteht schnell, warum. Still sitzen scheint für ihn physiologisch unmöglich zu sein. Jan wirkt wie jemand, der permanent unter Strom steht, allerdings auf eine produktive Art. Statt diese Energie chaotisch verpuffen zu lassen, baut er daraus Erlebnisse. Touren. Grenzerfahrungen. Motivation.

Und genau darin liegt seine eigentliche Fähigkeit:
Er bekommt Menschen in Bewegung, die sich normalerweise vor jeder sportlichen Aktivität drücken würden.

Was bei anderen schnell nach Drill Instructor klingt, funktioniert bei ihm erstaunlich locker. Vielleicht weil er selbst diese Mischung aus Leistung, Geschwindigkeit und Spaß authentisch lebt. Vielleicht auch, weil man merkt, dass er genau weiß, wovon er spricht.

Jan Bratkowski war Profi-Rennradfahrer und gewann unter anderem als bislang einziger Deutscher den belgischen Klassiker „Grand Prix Pino Cerami“. Außerdem war er Weltcup-Sieger und blickt auf eine rund 15-jährige Profikarriere zurück.

Heute hat er daraus ein eigenes Konzept gemacht.

Mit seinen Stores „P for Power“ in Tegernsee und Rottach-Egern verkauft oder verleiht er keine gemütlichen Rentner-E-Bikes für den Biergartenbesuch, sondern kompromisslose Performance-Geräte. Leichte High-End E-Bikes, Rennräder, Gravel-Bikes und Action-Sports-Equipment für Menschen, die eigentlich Lust auf Abenteuer haben, aber oft nur den Einstieg nicht finden.

Der Standort ist clever gewählt:
Von München aus fährt man bequem mit dem Zug an den Tegernsee und erreicht den Shop praktisch zu Fuß. Kein kompliziertes Organisieren, kein stundenlanges Planen. Ankommen, aufsitzen, losfahren.

Und dann beginnt meistens das Problem:
Man unterschätzt Jan Bratkowski.

Die Tour startet entspannt, der Tegernsee glitzert friedlich, alle fühlen sich sportlich. Zwei Berge später hinterfragen Teile der Gruppe ihre Lebensentscheidungen. Jan hingegen redet weiter motiviert, fährt vorneweg und erklärt nebenbei locker Fahrtechnik, Haltung, Linienwahl und Belastungssteuerung.

Selbst eine komplette „Schlaftabletten-Gruppe“ bekommt er irgendwie in Bewegung.

Das Konzept funktioniert gerade deshalb, weil es mehr ist als Sport.
Es ist eine Mischung aus Gruppendynamik, Abenteuer, Natur, Leistungsgefühl und kontrollierter Überforderung.

Vor der Tour gibt es Vitamin-Drinks und Energiepush.
Danach Sauna, runterkommen, gutes Essen und dieses seltene Gefühl, sich das Abendessen tatsächlich verdient zu haben.

Und genau dort unterscheidet sich das Ganze fundamental von den üblichen Firmenausflügen:
Keine Escape Rooms.
Keine halbherzigen Stadtführungen.
Keine peinlichen Kennenlernspiele.

Sondern echte Aktivität mit echtem Erlebnischarakter.

Wer einmal mit Jan Bratkowski unterwegs war, versteht ziemlich schnell, warum Menschen dafür extra an den Tegernsee fahren. Nicht weil es bequem ist. Sondern weil man sich danach deutlich lebendiger fühlt.

> Jan Bratkowski bei Wikipedia

> P for Power eBike-Store- & Verleih Tegernsee

Ingo

Ich bin in Zürich geboren und in München aufgewachsen. Vielleicht kommt daher mein Blick auf die Welt. Die Schweizer Ordnung, die Münchner Direktheit und irgendwo dazwischen die Erkenntnis, dass die meisten Menschen viel zu viel reden und viel zu selten wirklich handeln. Ich interessiere mich für Wirtschaft, Politik, Reisen, Technologie und die Frage, wie Menschen Freiheit gegen Sicherheit eintauschen, oft ohne es überhaupt zu bemerken. Mich faszinieren Systeme. Finanzsysteme, gesellschaftliche Entwicklungen, Machtstrukturen und die psychologischen Mechanismen dahinter. Die Börse interessiert mich deshalb nicht nur wegen Geld, sondern weil sie wie ein permanenter Echtzeitspiegel menschlicher Emotionen funktioniert. Ich glaube an Eigenverantwortung, an Unternehmergeist und daran, dass finanzielle Bildung in Schulen wichtiger wäre als die Hälfte dessen, was dort tatsächlich unterrichtet wird. Passives Einkommen bedeutet für mich nicht Luxus oder Instagram-Posing, sondern Unabhängigkeit. Zeit ist die einzige Ressource, die sich nicht zurückkaufen lässt. Gleichzeitig habe ich wahrscheinlich einen etwas naiven, aber ehrlichen Drang, die Welt verbessern zu wollen. Nicht im Sinne großer Parolen oder moralischer Selbstdarstellung, sondern durch Ideen, Gespräche, Projekte und Menschen, die Dinge tatsächlich verändern. Mich interessiert Fortschritt. Echter Fortschritt. Nicht nur schöne Schlagzeilen darüber. In der ersten Hälfte meines Lebens war ich ehrlich gesagt nicht unbedingt das, was man als sportlich bezeichnen würde. Umso faszinierender finde ich heute die Entwicklung vieler Menschen, die irgendwann plötzlich anfangen, Zucker zu hassen, Etiketten zu lesen, wandern zu gehen, Fahrrad zu fahren, baden zu gehen oder sich freiwillig für Freizeitaktivitäten zu begeistern, über die sie früher wahrscheinlich gelacht hätten. Vielleicht gehört Erwachsenwerden manchmal genau dazu. Gerade deshalb sehe ich viele Entwicklungen rund um Ernährung und Gesundheit inzwischen deutlich kritischer als früher. Ich halte das aktuelle Lebensmittelrecht in vielen Bereichen für unzureichend und glaube, dass Staat und Industrie wesentlich mehr Verantwortung für die Gesundheit von Menschen übernehmen müssten. Wenn hochverarbeitete Produkte voller Zucker, Zusatzstoffe und künstlicher Reize alltäglich normalisiert werden, darf man sich über gesellschaftliche Gesundheitsprobleme irgendwann nicht mehr wundern. Freiheit bedeutet für mich nicht, Menschen möglichst billig krank zu machen und ihnen anschließend Medikamente zu verkaufen. Ich liebe Reisen, aber nicht die standardisierte Tourismusversion davon. Mich interessieren keine perfekt inszenierten Instagram-Orte. Ich mag Städte mit Charakter, Straßencafés, kleine Bars, Nachtzüge, fremde Gespräche und das Gefühl, irgendwo komplett anonym zu sein. Die interessantesten Dinge erfährt man selten in Hotels, sondern nachts um zwei an Orten, die in keinem Reiseführer stehen. Besonders fasziniert mich Südafrika. Kaum ein anderes Land vereint Schönheit, Widersprüche, Freiheit, Gefahr, Natur und gesellschaftliche Realität auf so intensive Weise. Südafrika wirkt gleichzeitig inspirierend und unbequem ehrlich. Vielleicht zieht mich genau das an. Extremsport hat mich immer mehr interessiert als klassische Sicherheit. Nicht wegen Adrenalin allein, sondern weil Grenzerfahrungen Menschen ehrlich machen. Höhenmeter, Geschwindigkeit, Erschöpfung, Risiko oder eine Nacht allein irgendwo in der Wildnis filtern sehr schnell heraus, wer jemand wirklich ist. Meine Traumfrau beeindruckt mich nicht durch perfekte Inszenierung oder künstliche Coolness. Sie überlebt eine Nacht im Wald, kann mit Stille umgehen, denkt selbstständig und braucht keine Dauerbestätigung durch soziale Medien. Stärke zeigt sich selten in Selbstdarstellung. Ich halte wenig von ideologischen Lagern und noch weniger von moralischer Hysterie. Politik interessiert mich, aber nicht als Mannschaftssport. Menschen haben verlernt zuzuhören. Jeder will senden, kaum noch jemand verstehen. Ich mag klare Worte, Humor, Ironie und Menschen, die auch dann noch Haltung haben, wenn niemand applaudiert. Vielleicht bin ich manchmal zu direkt. Vielleicht auch zu skeptisch. Aber Oberflächlichkeit war noch nie besonders interessant. Wahrscheinlich sitze ich irgendwann nachts auf einem Hoteldach in Singapur, diskutiere mit fremden Menschen über Geopolitik, Kryptowährungen oder gesellschaftliche Entwicklungen und frage mich dabei, warum moderne Gesellschaften trotz aller Vernetzung immer orientierungsloser wirken. Ich glaube nicht daran, dass Menschen perfekt sein müssen. Aber sie sollten echt sein.

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